Bobs Kolumne
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Bobs Welt
Bobs Kolumne
Spielverlegungen - ja oder nein?
Liebe Handballfreunde,
abseits des Handballs war sie das bewegende Thema des vergangenen Wochenendes: die Aschewolke über Europa, ausgelöst vom isländischen Vulkan dessen Namen man sich nicht merken und wahrscheinlich noch weniger aussprechen könnte. Unser Berliner Trainer Dagur Sigurdsson könnte das natürlich, der Isländer war aber am spielfreien Wochenende nicht in der Heimat sondern mit der österreichischen Nationalmannschaft bei einem Turnier in Tschechien. Mit Runar Karason haben wir zwar noch einen weiteren Isländer bei den Füchsen, er spielte allerdings mit der zweiten Füchse-Mannschaft und war so ebenfalls nicht betroffen.
Die Auswirkungen der kompletten Stilllegung des Flugbetriebs in Europa gingen aber auch an den Füchsen nicht vorbei. Silvio Heinevetter mit der A- und Markus Richwien mit der B-Nationalmannschaft waren zum Turnier in Norwegen. In den hohen Norden ging es noch mit dem Flugzeug, zurück dann zwangsweise mit Bus und Fähre, mit Sicherheit keine Erholungsreise. Noch schlimmer hat es allerdings die Franzosen und die Isländer erwischt, die auf der Gletscher- und Vulkaninsel Testspiele gegeneinander bestritten. Und hier beginnt die Problematik, denn bereits am Dienstag tritt der HSV Hamburg in Magdeburg an, am Mittwoch will der THW Kiel die Füchse Berlin empfangen. Bei beiden Meisterschaftsfavoriten stehen Franzosen und Isländer im Kader, eine Rückreise nach Europa ist gar nicht so einfach. Anscheinend ist der französischen Auswahl wohl ein Flug ins norwegische Trondheim geglückt, von wo aus sie mit dem Bus in Richtung Süden aufbrechen sollten.
Es schließt sich aber die Frage an, ob in solchen Fällen nicht auch einmal Spiele kurzfristig und unbürokratisch verlegt werden sollten. Ich will gleich vorweg greifen: ich weiß es nicht. Sicherlich soll der Meisterschaftskampf nicht dadurch entschieden werden, dass ein Wettbewerber aufgrund höherer Gewalt auf einen Teil seiner Spieler verzichten muss. Wir müssen aber auch aufpassen, dass wir kein Exempel statuieren. Schnell wird die Frage auftauchen, wo die neuen Grenzen sind. Und unbürokratisch wird sich das Problem auf keinen Fall lösen lassen. Die Hallen sind reserviert, Hallenhefte gedruckt und die vor allem heimischen Zuschauer sicherlich verärgert, wenn kurzfristig ein Spiel verlegt wird.
Am Ende wäre dann immer wieder die Frage mit dem Präzedenzfall. Auf europäischer Ebene hat die EHF am Wochenende Spiele abgesagt, weil das Gastteam und teilweise auch Schiedsrichter und Offizielle das Ziel nicht erreichen konnten. Wer trägt hier die Kosten für die Hallenmiete und weitere Nebenkosten? Aber wo fängt man an und wo hört man auf? Wir hatten diese Diskussion bereits während der Schweinegrippe. In den unteren Ebenen wurden teilweise komplette Spieltage verschoben. Und was passierte an der Spitze? Da waren Spielverlegungen wegen einzelner Grippefälle nicht möglich. Während jeder Trainer und jeder Manager bei der Mannschaftszusammenstellung auch die Verletzungsanfälligkeit beachten sollte, ist dies bei Grippe-Epidemien und Vulkanausbrüchen nur schwer möglich.
Es zeichnet sich kein richtiger und kein falscher Weg ab. Die Entscheidung muss letztlich die spielleitende Stelle treffen. Und sollte Kiel bei den Füchsen anfragen, wir würden einer Verlegung zustimmen. So wie sich das in einer kollegialen Bundesliga gehört. Richtig müssen die Spielverlegungen deshalb aber noch lange nicht sein.
Ihr Bob Hanning
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